Wie liest du diese Trilogie in der richtigen Reihenfolge?

Dies ist eine 3-teilige Serie, aufgeteilt in 10 erotische Geschichten.

So liest du in der richtigen Reihenfolge:

  1. Die Geheimnisse des Archivars:
  2. Masken der Begierde:
  3. Die Abrechnung des Wächters:

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Das helle Leuchten der Wandlampen tauchte die Steinwände von Kians privaten Gemächern in ein gedämpftes, fast ehrfürchtiges Licht. Die Luft roch nach altem Leder und einem Hauch von Weihrauch, ein Zeichen für die Heiligkeit, die Kian in seinem Reich aufrechterhielt. Ein Kontrast zur Dekadenz, die gerade jenseits dieser Wände gedieh.

Lucian, die Verkörperung müheloser Ausschweifung, lehnte lässig am Eichentisch und schwenkte ein Glas mit dunklem Bernsteinliquid in der Hand. Seine entspannte Haltung war eine bewusste Provokation, eine Erinnerung daran, dass er zu dieser Welt gehörte auf eine Weise, die Kian ablehnte.

„Du bist wahnsinnig, weißt du das?“ sinnierte Lucian, nahm einen langsamen Schluck und fixierte Kian mit einem genervten Blick. „Du sitzt hier und grübelst, während alle anderen da draußen … leben.“

Kian stand bei den Bücherregalen, den Rücken gerade, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Jeder Zentimeter von ihm – sein akribisch gebügeltes Hemd, das Fehlen jeglicher Spur von Ausschweifung – sprach von starrer Kontrolle. Er atmete scharf aus, das Nächste, was er je zeigte, um Irritation auszudrücken.

„Ich bin nicht wie du“, sagte er mit ruhiger, kühler Stimme. „Ich bin der Wächter. Meine Aufgabe ist es, Ordnung zu halten und die Geheimnisse des Vaults zu schützen. Du? Du bist nur der Gastgeber. Du kannst es dir leisten, leichtsinnig zu sein.“

Lucian lachte kurz auf und schüttelte den Kopf. „Ist das also, was du dir einredest? Dass dieser Ort zusammenbricht, wenn du – Gott bewahre – dich mal lockern würdest?“ Er stellte das Glas mit einem leisen Klirren ab und stieß sich vom Tisch ab. „Niemand verlangt von dir, deine Pflicht zu vernachlässigen, Kian. Aber vielleicht, nur vielleicht, solltest du aufhören, so zu tun, als stündest du darüber.“

Kians Kiefer spannte sich an. „Du verwechselst Kontrolle mit Distanz.“

„Nein, ich verwechselte Besessenheit mit Pflicht“, konterte Lucian. Seine Augen funkelten mit wissendem Schalk, aber darunter lag etwas Sanfteres. „Du beobachtest alles, du kontrollierst alles, aber du erlebst nichts. Und das? Das ist Wahnsinn.“

Kian wandte sich ab und beendete das Gespräch mit der scharfen Endgültigkeit eines Mannes, der sich mit seinen Entscheidungen abgefunden hatte.

Lucian seufzte, fuhr sich mit der Hand durch sein dunkles Haar und zuckte mit den Schultern. „Na gut. Sei der ewig wachsamen Wächter. Aber wenn dieser Ort dich endlich unter seine Haut kriegt – und das wird er – dann sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“

Kian antwortete nicht. Er ging einfach zur Tür, jeder Schritt gemessen, als würde das Verlassen des Gesprächs auch die Möglichkeit ausschließen, dass Lucian recht haben könnte.

~

Die Gänge des Elysium Vault waren zu dieser Stunde ruhiger, das übliche Feiern verebbte zu Murmeln hinter verschlossenen Türen. Kian bewegte sich mit dem stetigen Gang eines Mannes, der diese Korridore tausendmal gegangen war, sein scharfer Blick glitt über die schwach beleuchteten Wege. Heute Nacht war der Vault seine Verantwortung, wie immer. Er gedieh in Kontrolle, in der unnachgiebigen Disziplin seiner Position.

Doch die leisen Klänge von Musik – tiefe, langgezogene Töne, die durch die Luft zitterten – ließen ihn innehalten.

Der Klang kam aus dem Musikzimmer.

Kians Stirn runzelte sich. Das Zimmer sollte leer sein.

Er schritt auf die schweren Türen zu, seine Hand strich über den polierten Griff, bevor er sie öffnete. In dem Moment, als er eintrat, hüllte ihn die Melodie ein, reich und unheimlich, der Klang vibrierte in seinen Knochen.

Selene.

Sie stand auf der kleinen Bühne, getaucht in das goldene Licht verstreuter Kerzen, das Licht spielte auf den tiefroten Vorhängen hinter ihr. Ihr Violinbogen glitt mit geübter Präzision über die Saiten, die Musik webte etwas Melancholisches und Gefährliches. Ihr dunkles Kleid schmiegte sich an sie, der Ausschnitt gewagt, ihre bloßen Schultern glänzten leicht vor Anstrengung. Sie hörte nicht auf zu spielen, als sie ihn bemerkte.

Kian atmete aus und fing sich.

„Ich hatte kein Publikum erwartet“, murmelte Selene, ihre Finger stockten nicht.

„Du solltest nicht hier sein“, sagte er mit ruhiger Stimme.

Sie hob den Blick, Belustigung flackerte in ihren stürmischen Augen. „Du auch nicht.“

Sein Kiefer spannte sich. „Dieser Raum ist nach Stunden gesperrt.“

Selene neigte den Kopf, das langsame Grinsen auf ihren Lippen forderte ihn heraus, seine Regel durchzusetzen. „Ich brauchte die Stille“, sagte sie, ihre Stimme jetzt weicher, durchzogen von etwas anderem. „Musik klingt anders in der Stille. Findest du nicht?“

Kian antwortete nicht.

Die Melodie wechselte – tiefer, intensiver. Ein langsames Ziehen, das lockte. Sie spielte, als würde sie etwas zwischen ihnen enthüllen, als hätte die Musik selbst Hände, die über seine Haut strichen und nach Rissen suchten.

Kian hätte sie stoppen sollen. Er hätte sich umdrehen und gehen sollen. Aber er tat es nicht.

Stattdessen trat er weiter in den Raum, die Türen schlossen sich hinter ihm mit einem leisen Klicken.

Selenes Lippen öffneten sich, ihr Atem war leicht ungleichmäßig. Nicht vor Anstrengung – sondern vor Vorfreude.

„Du starrst, Wächter.“

Kians Miene veränderte sich nicht. „Du versuchst, eine Reaktion aus mir herauszukitzeln.“

Ihr Lächeln wurde breiter. „Und funktioniert es?“

Er antwortete nicht, aber sie sah es – die subtile Veränderung in seiner Haltung, die Spannung in seinen Fingern.

Sie spielte die letzte Note, ließ sie in der Luft hängen, bevor sie die Violine senkte. „Sag mir, Kian“, sagte sie, ihre Stimme fast ein Flüstern. „Hörst du jemals auf, der Wächter zu sein? Selbst wenn du allein bist?“

Sein Schweigen sagte alles.

Selene stellte die Violine ab, stieg von der Bühne und schloss den Abstand zwischen ihnen. Sie bewegte sich bewusst, ihre bloßen Füße machten kaum ein Geräusch auf dem polierten Boden.

Kian trat nicht zurück.

Selene streckte die Hand aus, ihre Fingerspitzen streiften nur leicht den Stoff seines dunklen Hemds, genau über seiner Brust. „Du hältst dich wie ein Mann aus Stein“, sinnierte sie. „Aber ich glaube nicht, dass du einer bist.“

Sein Atem blieb ruhig, doch sie sah die Veränderung in seinen Augen. Ein Sturm sammelte sich hinter der Zurückhaltung.

„Du magst Kontrolle“, fuhr sie fort und hob das Kinn leicht an. „Aber sag mir, Kian … hast du jemals jemand anderem die Kontrolle überlassen?“

Kians Puls hämmerte bei den Worten, bei den Andeutungen.

Er hätte Abstand zwischen sie bringen sollen. Er hätte sie an die Grenzen erinnern sollen, die sie überschritt.

Aber er tat es nicht.

Stattdessen ließ er ihre Hand höher gleiten, über die Festigkeit seiner Brust bis zur Basis seines Halses.

Selene atmete leise aus. „Ich glaube, du willst es.“

Seine Finger zuckten an seinen Seiten.

Selene kam noch näher, ihre Körper nur einen Atemzug voneinander entfernt. „Lass mich.“

Die Worte waren keine Forderung. Sie waren eine Versuchung.

Kian wusste, dass er den Punkt überschritten hatte, an dem er dies stoppen konnte.

Selene sah das Flackern der Hingabe in seinen Augen. Und so nahm sie, was er nicht verlangen würde.

Sie lehnte sich vor, ihre Lippen streiften seine – kaum berührend, neckend. Kian atmete scharf aus, seine Hände kamen endlich hoch, griffen nach ihrer Taille – nicht, um sie wegzustoßen, sondern um sie dort zu halten.

Selene lächelte gegen seinen Mund. „Da ist er ja.“

Und dann küsste sie ihn.

Es war nicht zärtlich. Es war roh, leidenschaftlich. Kian ließ sie nehmen, ließ sie sich gegen ihn drücken, ihre Hände vergruben sich in seinem Haar, ihr Körper schmiegte sich an seinen.

Er stöhnte, als sie seine Unterlippe biss, das Geräusch entglitt ihm, bevor er es stoppen konnte.

Selene zog sich leicht zurück, atemlos. „Du klingst gut, wenn du loslässt.“

Kians Finger schlossen sich fester um ihre Hüften, seine Kontrolle bröckelte.

Sie schob ihn rückwärts zur Bühne, führte ihn, bis er an der Kante saß. Sie stellte sich zwischen seine Beine, ihre Hände glitten über seine Arme, ihre Nägel kratzten leicht über seine Haut.

Kian ließ es zu.

Er ließ sie sein Kinn anheben, ließ sie ihre Lippen an seinen Hals pressen, ließ sie den ersten Knopf seines Hemds öffnen.

Sein Atem ging jetzt keuchend.

Selene zog sich gerade weit genug zurück, um ihn anzusehen.

Er war gerötet, seine Pupillen geweitet.

Und das hatte sie getan.

Ein langsames, triumphierendes Lächeln umspielte ihre Lippen. „Gar nicht so unberührbar, wie es scheint.“

Kian atmete aus, sein Griff um ihre Taille verstärkte sich für einen Moment. Dann, in einer schnellen Bewegung, drehte er die Positionen um.

Selene keuchte, als ihr Rücken die Bühne berührte, Kian nun über ihr, sein Körper umschloss sie.

Die Belustigung in ihren Augen wechselte zu etwas Tieferem.

Kians Lippen schwebten nur über ihren. „Du spielst gefährliche Spiele“, murmelte er.

Selenes Finger glitten über seinen Rücken. „Und du magst es.“

Seine Zurückhaltung brach.

Er küsste sie erneut – härter, tiefer. Sie bog sich gegen ihn, zog ihn näher, ihre Körper pressten sich aneinander, Hitze sammelte sich zwischen ihnen.

Es gab nichts Vorsichtiges daran. Es war Hunger. Es war Hingabe. Und keiner von ihnen wollte aufhören.

Die Hitze des Kusses, das Drücken ihres Körpers gegen seinen, die hemmungslose Art, wie sie auf ihn reagierte – es war berauschend.

Kian hatte sich noch nie so frei in etwas fallen lassen, nie zugelassen, dass Begierde seine Handlungen bestimmte. Aber bei Selene war die Zurückhaltung ein zerbrechlicher Faden gewesen, und jetzt war er endgültig gerissen.

Seine Hände wanderten, griffen nach ihrer Taille, glitten an ihren Seiten hoch, ihre Nägel gruben sich in seinen Rücken und zogen ihn noch näher. Die Empfindung jagte einen Schauer über seinen Rücken. Er knurrte gegen ihre Lippen, seine Kontrolle glitt weiter, sein Herz hämmerte gegen die Rippen.

Und dann –

Die Realität traf ihn wie eine Flutwelle.

Kians Augen flogen auf. Seine Hände – wo waren sie? Sein Gewicht – drückte er zu stark? Sein Atem kam schnell, ungleichmäßig, und er riss sich weg, als hätte er sich verbrannt.

Selene blinzelte zu ihm auf, ihre Lippen geschwollen vom Kuss, ihr Atem flach. „Kian—“

„Nein.“ Seine Stimme war heiser, kaum mehr als ein Flüstern. Er taumelte zurück, stieß beinahe den Violinständer um. Er spürte, wie die Luft zwischen ihnen strömte, kalt und erstickend.

Selenes Brauen zogen sich zusammen. „Was ist los?“

Kian schüttelte den Kopf. Sein Puls war unregelmäßig, seine Haut zu heiß, seine Hände zitterten. „Ich— ich hätte nicht—“ Er sog scharf die Luft ein. „Ich habe es vermasselt.“

Selene starrte ihn an, die rohe Verzweiflung in seiner Stimme schnitt ihr ins Herz.

„Ich soll … verdammt—“ Er fuhr sich mit der Hand durchs Haar, die Finger gruben sich in die Kopfhaut. „Ich kann nicht—“ Seine Kehle war eng, die Worte stockten. „Das bin nicht ich. Ich verliere nicht die Kontrolle. Ich— “

Er wandte sich ab, griff nach der Kante der Bühne, als würde er sich darin verankern.

Selene beobachtete ihn aufmerksam, ihr Herz schmerzte bei seinem Anblick. Seine Schultern waren angespannt, seine Finger krallten sich so fest ins Holz, dass die Knöchel weiß wurden. Er geriet nicht nur in Panik. Er hatte Angst.

Langsam, vorsichtig, glitt sie von der Bühne und trat auf ihn zu. „Kian.“

Er schüttelte den Kopf, ohne sich ihr zuzuwenden. „Ich bin der Wächter.“ Seine Stimme war hohl. „Ich halte Ordnung. Ich schütze die Geheimnisse des Vaults. Ich lasse mich nicht gehen. Ich bekomme nicht—“ Er atmete scharf aus. „Ich bekomme das nicht.“

Selene runzelte die Stirn. „Wer sagt das?“

Kian stieß ein gequältes Lachen aus und schüttelte erneut den Kopf. „So ist es nun mal.“

Sie kam näher. „Ist das, was du willst?“

Seine Hände ballten sich an den Seiten.

Selenes Stimme wurde weicher. „Kian … willst du das?“

Sein Schweigen war ohrenbetäubend.

Selene trat noch näher, ihre Finger streiften seinen Unterarm. „Du hast nichts vermasselt“, flüsterte sie. „Du hast nichts Falsches getan.“

Kians Brust hob und senkte sich heftig. „Ich habe die Kontrolle verloren.“

Selene lächelte sanft. „Vielleicht ist das keine schlechte Sache.“

Er wandte sich ihr endlich zu, sein Gesicht gequält. „Du verstehst das nicht.“

„Dann erklär es mir.“ Sie hielt seinem Blick stand, unerschrocken. „Denn von hier aus gesehen hast du dich nur erlaubt, etwas Echtes zu fühlen.“

Kian schluckte schwer. „Ich weiß nicht, wie man das macht.“ Seine Stimme war rau, als hasste er es, es zuzugeben. „Ich weiß nicht, wie man loslässt, ohne sich selbst zu verlieren.“

Selenes Herz zog sich zusammen.

Sie hob die Hand, ihre Fingerspitzen streiften nur leicht seine Wange. „Du musst dich nicht verlieren“, sagte sie sanft. „Du kannst einfach … sein.“

Sein Atem stockte.

Sie legte nun ihre ganze Hand auf seine Wange, ihre Berührung leicht, aber fest. „Du darfst dir etwas für dich selbst wünschen, Kian.“

Er schloss kurz die Augen und lehnte sich trotz allem in ihre Berührung.

Selene lächelte, rückte näher, bis ihre Körper sich fast berührten. „Du darfst Spaß haben.“

Kians Kehle arbeitete, als er schluckte. „Ich weiß nicht wie.“

Selene lachte leise auf und strich mit dem Daumen über seinen Wangenknochen. „Dann lass es mich dir zeigen.“

Kian starrte sie an, suchte in ihrem Gesicht nach irgendeiner Spur von Unehrlichkeit. Aber da war keine. Nur Wärme. Nur Verständnis.

Und genau damit brach etwas in ihm.

Mit einem leisen, unsicheren Atemzug zog er sie in seine Arme.

Selene keuchte leise, als er sie umschloss, sein Griff fest, verzweifelt. Sie erwiderte die Umarmung ebenso heftig, ihre Hände pressten sich gegen seinen Rücken, ihre Finger krallten sich in den Stoff seines Hemds.

Kian vergrub sein Gesicht in ihrem Haar und atmete tief ein. Er wusste nicht, warum er zitterte, warum sich seine Brust so eng anfühlte. Aber sie so zu halten – es fühlte sich an wie etwas, das er gebraucht hatte, ohne es zu wissen.

Selene schloss die Augen und genoss, wie er sich an sie klammerte. „Es ist okay“, murmelte sie gegen seine Schulter. „Du musst jetzt nicht der Wächter sein. Sei einfach Kian.“

Seine Arme schlossen sich fester um sie.

Zum ersten Mal seit Jahren ließ er sich darauf ein, dass er es vielleicht – vielleicht – konnte.

Teil 2 lesen: Verflochtene Begierden

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Dies ist eine 3-teilige Serie, aufgeteilt in 10 erotische Geschichten.

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  3. Die Abrechnung des Wächters:

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